Luch- und Trugtheater "Die Wagesäcke"

Entstehung der Theatergruppe

von Ingrid Rohmann (Gründerin und Leiterin der Theatergruppe bis Sommer 2015)

 

Als ich 2001 in Rente ging, fragte ich mich, was nun? Nur Garten bewirtschaften erschien mir zu wenig, ich wollte mehr Kontakt zu Menschen, denn ich war ja neu in Wagenitz. Da kam ich auf die Idee mit der Theatergruppe. Gesagt getan, schon bald fand das erste Treffen statt, zunächst nur zu viert, bald waren es mehr. Die ersten Mitglieder waren Willi Schwarz, Evi Grimm, Karen Welz, Cornelia Mewes und Stefan Richter, Norma und Rudolf Flo Günnewig. Wir übten ein ganzes Jahr lang viele viele kleine Sachen, z.B. gingen wir alle durch den Raum und grüßten uns – mal herzlich, mal traurig, mal wütend, mal konnten wir uns vor Lachen nicht einkriegen. So wurden wir uns vertraut und immer mutiger. Eines Tages kam Willi Schwarz mit einer Bühne an – still und heimlich hatte er sie gebaut. Und gleichzeitig reifte auch schon der Plan zu unserem ersten Stück. „Alles dreht sich um Bruno“– ein kleiner Sketch, den wir etwas ausbauten und in Aktion setzten.. Wir spielten das erste Mal in der ev. Kirche in Wagenitz, und viele Wagenitzer kamen und freuten sich, den Pfarrer im Stück spielte der Schornsteinfeger, die Hauptfigur Bruno war natürlich Willi, und einige Anspielungen im Text betrafen Wagenitzer Personen.

Der erste Erfolg ermutigte uns weiterzumachen, wir setzten uns zusammen und erfanden eine Geschichte, die ich zu Papier brachte und die wir schon ein Jahr später spielen konnten. Und so ging es weiter, immer machten alle bei der Planung mit, immer wurden die Stücke mit Anspielungen auf ortsbekannte Personen gespickt, und die Aufführungsorte mehrten sich. Wir gewannen Karsten Grimm dazu, der die Pausen mit seinen herrlichen Liedern füllte und schon bald auch Spaß am Mitspielen fand, wir hatten viel Freude und spannende Auftritte und haben inzwischen acht Stücke auf die Beine gestellt.

Nicht immer ging alles glatt, beim zweiten Stück, dem „Kuckuck von Zootzen“ fehlte ein Hauptdarsteller, der glücklicherweise erst im 2. Akt auftreten sollte, wir telefonierten hinter ihm her, der zweite Akt begann, da tauchte er endlich auf, im allerallerletzten Moment - „Wie gut, dass Sie da sind!“ rief geistesgegenwärtig Evi Grimm aus, als sie ihn sah. In „Immer Theater mit dem Theater“ sollte ich als Sohn von Tell beim Aufgehen des Vorhangs niesen – der Vorhang ging auf und ich stand da und wusste nicht was zu tun war, bis schließlich -wieder- Evi sagte, „Ich glaub, du hast da was an der Nase“- und da fiels mir wieder ein und ich nieste, endlich. - Und umgekehrt, das was im Spiel Spannung erzeugte, verwenden wir jetzt auch im SpieleAlltag: „Wo ist der Apfel?“ heißt es immer, wenn wir was suchen.   Wenn wir uns zuprosten, heißt es wie im „Restfrauenhaus „Stößchen“, und sehr oft trinken wir Eierlikör wie in „Rock und Roll im Altersheim“.

 

 

Insgesamt haben wir bisher 11 Theaterstücke zur Aufführung gebracht, einschließlich des im Sommer 2015 als Open-Air-Theater im Schlosspark Wagenitz gespielten Stücks.

 

Alle Texte werden gemeinsam erdacht und zu Papier gebracht, dabei werden so oft wie möglich regionale Bezüge und Personen eingefügt. Die Ausstattung (Bühnenbild, Kostüme, Requisiten) wird in Eigenarbeit hergestellt oder zusammen gesucht.

Seit 2011 haben wir dank der Gemeinde Wagenitz einen eigenen Probenraum im ehemaligen Jugendtreff. Dort wird wöchentlich geprobt.

 

Wir sind ein bunter Haufen: Junge und Alte, Ossis und Wessis, Zugezogene und Einheimische, Menschen mit und ohne Abitur – und wir sind stolz darauf, was wir zusammen auf die Beine stellen können!

 

 

Ralf Kohlberger

 

Und sollte jemand durch das Lesen dieser Zeilen Interesse am Theaterspielen entwickelt haben, kann er sich an Ralf Kohlberger (Tel 033238 / 20577 oder kontakt@die-wagesaecke.de ) wenden.